«Kultur hat es mit Gemeinschaft zu tun»

 

Kultur hat es immer mit Gemeinschaft zu tun. Sie ist auf Echo und Dialog ausgerichtet, ist Nährboden für Austausch und Selbstvergewisserung. Kultur ist der lebendige Ausdruck eines selbstbewusst gestalteten Umgangs mit Traditionen, gesellschaftlichen Werten und künstlerischen Fertigkeiten, und sie ist das unverzichtbare Treibsalz, das die Gesellschaft aus Erstarrung und Beharren in Bewegung versetzt, zu Selbstbefragung und Fortentwicklung befähigt.

Kultur ist nie die Sache Einzelner, mag sie auch von ihnen ausgehen oder im Verborgenen werden und wachsen: Kultur ist angelegt auf Begegnung und findet ihr Ziel erst, wenn sie wahrgenommen wird. Gerade dies macht Kultur so lebenswichtig wie prekär. Sie kann nicht für sich alleine bestehen, sie ist angewiesen auf ein Klima der Offenheit, ist Lebensgrundlage und zugleich der Aufmerksamkeit und Förderung bedürftig. Eine Gesellschaft, der die Kultur gleichgültig wird, verliert jede Orientierung, jeden Halt im Vergangenen, jede Kenntnis über die Gegenwart und alle Möglichkeiten, in die Zukunft voranzugehen. Kultur bleibt eine Aufgabe der Politik, sie gehört zu den Voraussetzungen für das Funktionieren einer Gesellschaft. Die Politik soll Bedingungen schaffen, die Kultur entstehen und gedeihen lassen. Sie soll Kultur nicht bestimmen und formen, sie soll ihr Raum geben und pflegen, was in diesem Raum sich entwickelt.

Kultur rechnet sich nicht - und lohnt sich dennoch. Kultur ist auf Solidarität angewiesen und sie ist jenes Übungsfeld, wo aus Dialog und Austausch Solidarität gelebt wird. Sie droht zum seltenen Gut zu werden in einer Welt der Egoismen und Singularitäten, der Einzelinteressen und Abgrenzungen. Solidarisches Denken und Handeln steht gegen neoliberales Hochhalten von verdrängendem Wettbewerb und einer Mentalität des «selber schuld» und «sieh, wo du bleibst».

Eine lebendige Kultur übt und fordert Solidarität. Nicht allein in der eigenen Szene, sondern in der Gesellschaft, in der Politik und im Wirtschaftsleben.

Urs Bugmann, Präsident IG Kultur  Luzern


 

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